1. Mai – Tag der Arbeit – und der Identitätsarbeit?
Mai 1st, 2009 by Rudi
Screensaver Mut- & Muntermacher
Am 1. Mai ist bekanntlich der Tag der Arbeit. Jeder weiß das, dazu melden sich heute viele zu Wort. Wozu sich aber (außer mir) heute wohl keiner zu Wort meldet: Arbeit richtet sich nicht nur nach außen, sondern vor allem auch nach innen. Und diese nach innen gerichtete Arbeit nennen wir hier jetzt mal Identitätsarbeit. Die Sokrates vor zweitausend Jahren bereits so umschrieb:
Einem Menschen bereitet es Freude, sein Land zu verbessern, einem anderen, seine Pferde. Mein Vergnügen liegt darin zu beobachten, daß ich selbst von Tag zu Tag besser werde. — Sokrates
Ein paar Hundert Jahre später blasen die Humanisten Humboldt, Emerson, Pannwitz und Sartre dann ins selbe Horn:
Was erringen wir eigentlich Größeres und Schöneres, als uns zu veredeln und andre um uns her? Was ist aller Menschen Zweck? Alle dienen der einzigen Göttin, der Erhöhung des Menschengeschlechts, dem Wachstum menschlicher Kraft und menschlichen Genießens. — Wilhelm Humboldt
Alles Lebendigen Bestimmung ist Veredelung und Vervollkommnung – und wer kann sagen, wo da die Grenzen sind? — Ralph Waldo Emerson
Der Aufbau des Menschen ist mein Ziel. Dafür kann ich nichts entbehren, was außer mir und in mir ist, wenn es in mein Blick- und Tatfeld dringt und mir in seiner Einzigkeit und Ewigkeit sich anbietet. — Rudolf Pannwitz
Das Wesentliche ist nicht, was man aus dem Menschen gemacht hat, sondern was er aus dem macht, das man aus ihm gemacht hat. — Jean-Paul Sartre
Worauf es aus meiner = psychologischer Sicht im Leben also vor allem ankommt: eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln (Selbstverwirklichung) und zu der dann auch zu stehen (Selbstbehauptung = Mut tut gut!), auch gegen den Strom und entgegen allen Widrigkeiten. In diesem Sinne mein frommer Wunsch zum Tag der Arbeit:
! Möge Ihnen die Arbeit, das Leben & die Liebe gelingen !
Auch Frau Meyer könnte ein wertvolleres Leben führen – könnte nicht nur, sie hat es sogar durchaus nötig: so nötig, daß sie darüber krank ist seit Jahren. Weil die Seele krank ist, erzeugt sie fortwährend körperliche Krankheiten, die kein Arzt heilen kann. Keiner von diesen Ärzten, die Frau Meyers Milz untersuchen, aber nicht ihr Leben. — Ludwig Hohl

Jeder Tag ist ein Baustein
für die Ruine oder Kathedrale meines Lebens.
Rudi Lehnert
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